Andreas Oberholz Teil I: Autorenlesung beim IB Tübingen

A reader lives a thousand lives before he dies. The man who never reads lives only one. ~ George R. R. Martin

Für Literaturbegeisterte ist es ein besonderes Erlebnis, Autoren bei einer Veranstaltung persönlich kennen zu lernen und ihnen zuzuhören.

Am 27. November 2018 war Andreas Oberholz bei uns zu Gast und hat aus seinem zweiten Roman „Im Namen der Väter“ gelesen. So eröffnete sich unseren Schüler*innen (und allen anderen Interessierten – ob intern oder extern) die Möglichkeit, einen zeitgenössischen Autoren hautnah zu sehen, zu hören und ihm Fragen zu stellen.

Dr. Andreas Kloiber, der unter dem Pseudonym Andreas Oberholz schreibt, ist niedergelassen als Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Göppingen. Zudem geht er am C. G. Jung-Institut in Stuttgart Tätigkeiten als Dozent, Lehranalytiker und Supervisor nach.

Ein besonderes Interesse des Autors gilt Erich Neumanns Überlegungen zu einer neuen Ethik, die er in seinem Psychoanalysekrimi „Im Namen der Väter“ (erschienen im März 2018) in einen Kontext einarbeitet, der die Herausforderungen unserer Zeit in den Mittelpunkt rückt. Birgit Kreuter-Hafer schreibt in der Zeitschrift Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie dazu: „In diesem Drama [„Im Namen der Väter“] entfalten sich vor allem die negativen Aspekte gesellschaftlicher Gegenwart, die auf individueller Ebene durch Beziehungslosigkeit und das intensive Bedürfnis nach Wertschätzung, Annahme und Liebe, Bindung und Beziehung gekennzeichnet sind.“

Nach einer Begrüßung durch den Schulleiter Drazen Zagac und ein paar einführenden Worten der Organisatorin Samira Aziz-Kloiber kamen die knapp 100 Zuhörer*innen eine Stunde lang in den Genuss, ausgewählten Passagen des Krimis zu lauschen. Im Anschluss hatte das interessierte Publikum die Möglichkeit, Herrn Dr. Kloiber Fragen zu stellen. Diese wurde ausgiebig dazu genutzt, um allerlei Wissenswertes über die Figuren, den Schreibprozess und die Thematik in Erfahrung zu bringen und zu diskutieren.

Besonders erfreulich war es für uns, dass die Schülerschaft ihr offensichtliches Interesse zeigte, indem sie zum anregenden Dialog beitrug. Entsprechend positiv fielen die Rückmeldungen der Schüler*innen aus. Eine Vielzahl beschrieb die vorgelesenen Passagen als „spannend“, „fesselnd“ und „interessant“, so dass man Lust bekam, mehr davon zu hören. Eine Schülerin bezeichnete die Lesung als „die angenehmste […], auf der [sie] je war“. Ganz besonders hervorgehoben wurde auch Herr Dr. Kloibers klar verständliche Art zu lesen und die allgemeine Atmosphäre. Zudem schätzten viele Schüler*innen den hautnahen Kontakt zu einem „echten“ Schriftsteller, der im Anschluss an die Veranstaltung die erworbenen Bücher signierte.

Wir sind hoch erfreut über den gelungenen Abend und bedanken uns für das rege Interesse unserer Besucher. Ganz besonders danken wir den Schüler*innen, die durch ihr Engagement (sowohl beim Auf- als auch beim Abbau) und ihre Begeisterung zum Erfolg der Veranstaltung maßgeblich beigetragen haben. Und natürlich danken wir zu allerletzt Herrn Dr. Andreas Kloiber ganz herzlich für die spannende Krimilesung!

Gebannte Zuhörer lauschen der Lesung
von links: Frau Aziz-Kloiber, Herr Oberholz und Herr Zagac